Mittwoch, 28. Juni 2017

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Die Weinbergsmauern in den Steillagen der Untermosellandschaft

Weinbergsmauer in LöfWeinbergsmauer in Löf.

Ein besonderes Merkmal der Kulturlandchaft der Untermosel sind die Weinbergsmauern  in den Steillagen der Weinbergshänge. Ein genauerer Blick auf ihre Konstruktion und Gestaltungskraft für die Landschaft lohnt sich.

Die Weinbergsmauern prägen das Landschaftsbild und geben ihm einen typischen Charakter. Sie bieten Lebensraum für wärmeliebende  seltene Tier- und Pfanzenarten; Schnecken, Spinnen Tausendfüßler, Reptilien, Schlangen, Asseln, Schmetterlinge unterschiedlichster Art finden hier ihren Lebensraum. Sie schützen vor Bodenerosion und machen durch ihre stützende Funktion den Weinbau in den Hängen überhaupt erst möglich.

Die trocken gesetzten Weinbergsmauern, um die es sich ja meistens handelt, sind keineswegs immer nach dem gleichen Muster gebaut. Tatsächlich sind sie so verschieden, wie es Standorte gibt. Um Steine zu gewinnen, wurden aus den Felsen in den Hängen Steinbrocken geschlagen und für den Bau aussortiert. Nicht brauchbare Steine konnte man als Füllmaterial zur Hinterfüllung der Mauern gebrauchen.

Die Weinbergsmauern haben nur dort ein identischen Aussehen und eine ähnliche Bauweise, wo sie erst in den letzten Jahrzehnten errichtet wurden, meist im Zusammenhang mit der Flurbereinigung. Der Grund ist darin zu sehen, dass wegen des Zwanges zur ökomischen Produktion die Steine auf die gleiche Art behauen sind und nur aus einem Steinbruch stammen. Leider können die alten Mauern, die bereits eingebrochen sind, aus Kostengründen nicht überall erneuert werden und verfallen zunehmend.

Es gibt keine Quellen darüber, aus welchem Jahrhundert die Weinbergsmauern der jeweiligen Terrassen stammen. Zwischen dem 11. und 13. Jahrhundert stieg die Bevölkerung, gab es eine Wärmeperiode, machte das Bau- und Steinbruchwesen Fortschrittte, gab es laut literarischen Zeugnissen bereits Terrassenanbau, so dass die Vermutung berechtigt ist, in dieser Zeit könnte der Bau der Weinbergsmauern einen Höhepunkt erlebt haben. Es gibt weitere Hinweise z.B. in Pachtverträgen für Weinberge, dass sich durch Mauern gestützte Terrassen  am Ausgang des Mittelalters  mindestens in bestimmten Lagen gefunden haben. Erste topographische Aufnahmen aus der Zeit Napoleons zeigen, dass in einigen Steillagen, z.B. Hatzenporter Kirchberg, Koberner Weißenberg und Uhlen, Winninger Hamm und Röttgen die Steillagen bereits bis in heute durch sichtbare Reste von Weinbergsmauern erkennbare Höhen  reichten.

Viele dieser Steillagen wurden nach dem Zweiten Weltkrieg, verstärkt in den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts, aufgegeben. So sieht man heute in dem Buschwerk der Moselhänge oberhalb der noch kultivierten Weinbergsterrassen  Reste von Weinbergsmauern, die mehr und mehr verfallen, hier gab es in früheren Zeiten überall Weinberge.

Die Weinbergsterrassen haben seit einigen Jahrzehnten nicht nur ihre große Bedeutung für den Weinbau, wie das in früheren Zeiten immer der Fall war.  Sie ermöglichen darüber hinaus neben dem Fluss (Mosel) und den Burgen das entscheidende Landschaftserlebnis für Einheimische und Besucher der Region.

Hinweis auf Literatur zum Thema: Franz Dötsch/Dieter Rogge: Weinbergsmauern in Steillage – Geschichte, Formen und Bedeutung für die Untermosellandschaft. In: Moselkiesel, Band 3, VHS Untermosel (Hrsg.), 2002, S. 30 - 47.